Viren sind die häufigste Negativ-Erfahrung im Internet

29.07.2009 | Berlin
10 Millionen Deutsche haben Infektion mit Schadprogramm erlebt BITKOM gibt Tipps zur Vorbeugung gegen digitale Angreifer

Viren und andere Schadprogramme sind die häufigste Negativ-Erfahrung im Internet. 22 Prozent der Nutzer - das entspricht zehn Millionen Deutschen - haben erlebt, dass ihr Computer mit einem Schadprogramm infiziert wurde. Das geht aus einer repräsentativen Erhebung des Hightech-Verbandes BITKOM hervor. Weitere unangenehme Erlebnisse folgen mit klarem Abstand. 6 Prozent der Surfer sagen, sie seien Opfer eines Betrugs beim Online-Einkauf geworden. 4 Prozent wurden im Web verbal angegriffen oder belästigt. Eine Ausspähung oder illegale Nutzung ihrer persönlichen Daten beklagen 2 Prozent der User.

Erfreulich: 63 Prozent der Nutzer haben noch keine Negativ-Erfahrungen im Internet gemacht. Am zufriedensten sind die 50- bis 64-Jährigen: 71 Prozent von ihnen geben an, keine negativen Online-Erlebnisse zu kennen. Kritischer fällt das Urteil der 30- bis 49-Jährigen aus - nur 57 Prozent von ihnen ziehen ein rundum positives Fazit. Im Mittelfeld liegen junge Nutzer bis 29 Jahre sowie Senioren ab 65 Jahren. Sie haben zu 66 beziehungsweise 59 Prozent bisher keine Negativ-Erfahrungen gemacht.

"Gegen Schadprogramme und Betrüger können PC-Nutzer vorbeugen", sagt BITKOM-Präsidiumsmitglied Prof. Dieter Kempf. "Mit einer Kombination aus Schutzprogrammen und umsichtigem Verhalten lassen sich viele Risiken effektiv eindämmen."

Hier die wichtigsten Tipps des BITKOM zur Vorbeugung:

1. PC-Schutz

Zu den präventiven Maßnahmen zählt nicht nur, das Anti-Viren-Programm stets aktuell zu halten. Auch die übrigen Anwendungen wie Betriebssystem und Internet-Programm sollten regelmäßig aktualisiert werden. Entsprechende Sicherheits-Updates bieten die Hersteller an. Wichtig ist auch eine gewisse Vorsicht. So sollte man möglichst nur E-Mails öffnen, die von vertrauenswürdigen Absendern stammen. Viren verbergen sich oft in Anhängen oder Grafiken von E-Mails. Generell sollten Nutzer darauf achten, welche Software oder Zusatzprogramme ("Plug-Ins") sie installieren. Eine große Gefahr ist Software, die über dubiose Webseiten heruntergeladen wird.

2. Online-Einkauf

Zeichen für die Seriosität eines Shops sind ein Impressum mit Nennung und Anschrift des Geschäftsführers sowie klare Geschäftsbedingungen (AGB). Manche Shops werden von unabhängigen Experten geprüft und erhalten ein Zertifikat oder Siegel. Mit die beste Kontrolle üben die Kunden selbst aus: Auf vielen Shopping-, Preisvergleich- und Auktionsseiten werden Händler beurteilt. Wer gute Bewertungen hat, rückt in die engere Wahl. Zur Bezahlung müssen Konto- oder Kreditkartendaten über eine sichere Verbindung übertragen werden. Das ist erkennbar an den Buchstaben "https" in der Adresse der Webseite und einem Schloss- oder Schlüssel-Symbol im Internet-Programm. Zukünftig sind sichere Webseiten auch an einer grün hinterlegten Adresszeile erkennbar, wenn sich der Betreiber einer unabhängigen Prüfung unterzogen hat. Man kann per Lastschrift, Kreditkarte oder Rechnung zahlen. Es gibt auch seriöse Bezahl-Dienste, bei denen die Bankdaten nur einmal hinterlegt werden. Vorkasse per Überweisung ist verbreitet, aber riskanter.

3. Passwörter

Bei vielen Online-Services müssen sich die Nutzer registrieren. Meist werden ein Benutzername und ein Passwort festgelegt. Soweit möglich, sollten Kunden nicht das gleiche Passwort für unterschiedliche Dienste verwenden - etwa E-Mail-Konto, Online-Shops und Communitys. Grundsätzlich gilt: Je länger das Passwort ist, desto schwerer ist es zu knacken. Es sollte mindestens 8 Zeichen lang sein und aus einer zufälligen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Wer den Überblick über seine vielen Codes zu verlieren droht, findet Hilfe bei so genannten Passwort-Safes. Das sind PC-Programme, die alle Zugangsdaten verwalten können. Der Anwender braucht sich dann nur noch ein Haupt-Passwort zu merken.

4. Persönliche Inhalte

Im täglichen Leben würden die meisten Menschen kaum Unbekannten ihr Privatleben offenbaren. Auch im Web haben es die Nutzer in der Hand, den Zugang zu privaten Infos zu beschränken. In Communitys etwa lässt sich zwischen Freunden und Fremden unterscheiden: Gute Bekannte haben Zugriff auf die neuesten Fotos, andere nicht. Gleiches gilt für Kontaktdaten oder Infos zum Freundeskreis. So lässt sich nur die eigene Privatsphäre schützen, man bietet auch weniger Angriffsfläche für potenzielle Betrüger, Streithähne oder rachsüchtige Ex-Partner.

Quelle: Pressemeldung BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,Telekommunikation und neue Medien e.V.

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