Die von Alstom verfolgte Plattformstrategie soll die digitale Anpassungsfähigkeit von Zügen deutlich verlängern. Während klassische Modernisierungen häufig an fest verbaute Komponenten gebunden sind, erlaubt der Software Defined Train(TM) die fortlaufende Bereitstellung neuer Anwendungen und Datenfunktionen. Die sichere Architektur unterstützt dabei den dauerhaften Ausbau digitaler Fähigkeiten. Für Betreiber bedeutet dies weniger komplexe Nachrüstungen, bessere Chancen für eine hohe Flottenverfügbarkeit, niedrigere Kosten und zusätzliche Angebote während der regulären Nutzungsphase im täglichen Betrieb der Fahrzeuge.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Neue Softwarefunktionen verlängern die technische Aktualität bestehender Schienenfahrzeuge deutlich
Die Weiterentwicklung von Bahntechnik muss zwei sehr unterschiedliche Zeitmaßstäbe berücksichtigen. Ein Zug kann über mehr als 30 Jahre betrieben werden, während Software und digitale Dienste sich innerhalb kurzer Zeit verändern. Alstom möchte mit dem Software Defined Train(TM) diese Entwicklung besser vereinbaren. Die Plattformidee verlagert Innovationen auf die Softwareebene, sodass moderne Funktionen nicht zwingend einen Austausch der Hardware verlangen. Damit werden Nachrüstungen auf bestehenden Fahrzeugplattformen vereinfacht und digitale Anpassungen langfristig möglich.
Trennung der Ebenen vereinfacht sichere Aktualisierungen im Zugbetrieb nachhaltig
Mit der Trennung beider Ebenen wird die Fahrzeugsoftware zu einem entwickelbaren Teil der Gesamtarchitektur. Anwendungen können auf einer Plattform ausgeführt werden, während Anpassungen an Steuerungs- und Rechentechnik nicht Änderungen an ihrer Logik erzwingen. Dies erleichtert die Pflege Systeme über Zeiträume und verbessert die Wiederverwendbarkeit digitaler Funktionen. Die Offenheit wird durch technische und organisatorische Sicherungen begrenzt, damit geprüfte Software integriert wird und Vorgaben für Betrieb, Sicherheit und Kompatibilität erfüllt bleiben.
Züge erhalten neue digitale Funktionen über ihre Lebensdauer hinweg
Alstom trennt mit diesem Ansatz die erstmalige Bereitstellung eines Fahrzeugs von seiner späteren digitalen Weiterentwicklung. Nach der Auslieferung soll die Plattform Raum für zusätzliche Funktionen, Anwendungen und Dienste bieten. Diese können über den gesamten Betriebszeitraum hinweg ergänzt werden, sofern sie technisch geprüft und sicher integrierbar sind. Das Konzept greift Entwicklungen aus der Automobilindustrie auf. Für Züge muss es jedoch an lange Einsatzdauern, komplexe Betriebsverfahren, vielfältige Teilsysteme und Sicherheitsanforderungen angepasst werden.
Verschleiß wird datenbasiert früher erkannt, bevor Betriebsstörungen entstehen können
Zustandsorientierte Instandhaltung basiert auf der Annahme, dass aktuelle Betriebsdaten den Wartungsbedarf genauer abbilden als starre Zeitvorgaben. Werden relevante Signale kontinuierlich überwacht, können Betreiber beginnende Abnutzung und technische Abweichungen frühzeitig feststellen. Daraus lassen sich Maßnahmen ableiten, die vor einem möglichen Ausfall erfolgen. Der Instandhalter kann Reparaturen besser vorbereiten, Personal und Ersatzteile gezielt einplanen sowie Werkstattzeiten effizient nutzen. Nach Angaben von Alstom trägt diese datenbasierte Vorgehensweise dazu bei, die Verfügbarkeit der Flotte zu verbessern.
Digitale Dienste reduzieren Gesamtkosten und schaffen zusätzliche Geschäftspotenziale dauerhaft
Der Ansatz zielt darauf, den Nutzen eines Schienenfahrzeugs nicht auf seine Auslieferung zu begrenzen. Über Software können Betriebsfunktionen weiter verbessert, Energie effizienter eingesetzt und Abläufe an neue Rahmenbedingungen angepasst werden. Dies kann die über Jahrzehnte anfallenden Kosten für den Betreiber verringern. Gleichzeitig schafft jede ergänzbare Funktion Potenzial für zusätzliche Dienstleistungen und Erlöse. Die Fähigkeit zur Modernisierung schützt vor technischem Wertverlust, verbessert die Einsetzbarkeit und kann den Restwert beim Eigentümerwechsel erhöhen.
Alstom setzt auf Cloud-Dienste für effizientere Flottenwartung und Betrieb
Die Kombination aus Agate Media(TM) und HealthHub(TM) verdeutlicht, wie Alstom digitale Technologien in den Bahnalltag überführt. Cloud-Funktionen können direkt im Zug genutzt werden, während die Auswertung technischer Daten die Instandhaltung unterstützt. HealthHub(TM) liefert dafür Informationen über den Zustand und das Verhalten relevanter Systeme. Betreiber können daraus Maßnahmen zur Fehlervermeidung ableiten. Zusammen mit Lösungen für energiesparenden Fahrbetrieb und Fernbetrieb entsteht ein Werkzeugkasten, der die Betriebsqualität erhöht, Wartungsprozesse verbessert und Kosten senkt.
Datenbasierte Anwendungen verbessern Planung, Wartung und Energieeffizienz im Zugbetrieb
Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, digitale Zugfunktionen schrittweise und während des laufenden Betriebs zu erneuern. Funkgestützte Aktualisierungen können neue Auswertungsmethoden für technische Daten bereitstellen und dadurch die Erkennung von Verschleiß oder Störungen verbessern. Ebenso lassen sich Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Optimierung der Fahrweise ergänzen. Dem Betreiber ermöglichen diese Funktionen fundiertere Planung von Instandhaltung und Betrieb. Zusätzlich entsteht Raum für Informations- und Serviceangebote. Die Architektur kann Anwendungen aufnehmen.
Für den Betreiber bedeutet der Software Defined Train(TM) eine Abkehr von Modernisierungszyklen. Digitale Funktionen können über eine Plattform ergänzt oder verbessert werden, während die Fahrzeughardware länger unverändert bleibt. Diese Aufteilung soll Umrüstungen vereinfachen und den Aufwand über den Lebenszyklus senken. Gleichzeitig liefern Betriebsdaten Hinweise auf den Zustand und unterstützen vorbeugende Instandhaltung. Alstom kombiniert Analysen mit Diensten wie HealthHub(TM) und Agate Media(TM). So entstehen Fahrzeuge mit langfristig höherer Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

