Markt für IT-Sicherheit: über 6 Milliarden Euro in 2021

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Die Meldungen über Cyberangriffe auf Unternehmen, Behörden und Privatpersonen scheinen kein Ende zu nehmen. So ist es dann auch wenig überraschend, dass der Markt für IT-Sicherheit wächst. Laut Untersuchungen des IT-Marktforschungsunternehmens IDC werden im laufenden Jahr allein in Deutschland wohl über 6 Milliarden Euro für Software- und Hardware-Schutzmaßnahmen sowie unterstützende IT-Dienstleistungen ausgegeben.

IT-Sicherheit: Mehr Vernetzung – mehr Gefahren

Während viele Firmen in der Coronakrise starke Umsatz-Einbrüche in ihren Bilanzen hinnehmen mussten, konnte der IT-Sicherheits-Markt hohe Zuwächse verzeichnen. Ein Grund dafür dürfte vor allem die stark zugenommene digitale Vernetzung innerhalb der Wirtschaft und den Privathaushalten in der Pandemie gewesen sein.

Viele Gesellschaften stampften zu Beginn der Krise in Windeseile Netzwerke aus dem Boden, um ihren Mitarbeitern die gesetzlich vorgeschriebenen Homeoffice-Möglichkeiten bieten zu können. Außerdem wollten sie personelle Ausfallzeiten und Krankenstände durch Infektionen verhindern bzw. reduzieren. Aber auch die eigenen finanziellen Einbußen im Rahmen zu halten bzw. einen drohenden Bankrott abzuwenden, dürfte diese Entwicklung massiv vorangetrieben haben. Die wenigsten unter den ihnen hatten jedoch offenbar die Weitsicht oder gar die Expertise, um diese neu geschaffenen Netze gegen Angriffe von außen abzusichern.

IT-Sicherheit: Die Ransomware-Epidemie:

Und so kam, was viele It-Experten schon lange vorher prognostiziert hatten. Unsichere IT-Strukturen lockten zahlreiche Hacker, Betrüger und andere Kriminelle an, um das unzureichend gesicherte System für ihre Zwecke auszunutzen. Die Folgen waren vor allem durch den exponentiell wachsenden Anstieg von Angriffen mit Ransomware deutlich spürbar. Neben den schon seit Jahren andauernden Denial of Service (DDOS) und Phishing-Attacken auf Emails und Konten sahen sich zahlreiche Konzerne 2021 verstärkt mit von außen verschlüsselten Netzwerken und hohen Lösegeldzahlungen konfrontiert.

Kritische Infrastruktur im Fokus

Aber auch Firmen, die schon länger mit vernetzter Infrastruktur arbeiten, blieben von der neuen Welle von Angriffen nicht verschont. Krankenhäuser wurden ebenso zu Zielen der Erpresser aus dem Netz wie Behörden und große Niederlassungen. Mit dramatischen Folgen. Medizinische Notfallstationen konnten ihrer oftmals lebensrettenden Arbeit nicht mehr nachgehen. Kommunen waren wie in Anhalt-Bitterfeld lange Zeit nicht fähig, Sozialgelder ans Bedürftige auszuzahlen oder andere essentielle Dienstleistungen für ihre Bürger zu erbringen. Und sensible Infrastrukturen in Verkehr, Handel und Nahrungsmittelversorgung mussten enorme finanzielle und logistische Ressourcen aufwenden, um ihre normalen Betriebe aufrechtzuerhalten.

Wachstumsmarkt IT-Sicherheit

Die hier geschildeten Fälle sind keine temporär auftretenden Phänomene, die nur große Gesellschaften betreffen. Über kurz oder lang werden sich derartige Angriffe auch auf andere Bereiche ausweiten. Die seit einiger Zeit Anstieg und die Höhe der gezahlten Lösegeldzahlungen lockt immer mehr Interessenten an. Und die Anbieter von Ransomware machen es Tätern mit minimalsten technischen Kenntnissen zunehmend einfacher an dieser Form der Kriminalität teilzuhaben. Daher wird auch der Bedarf an IT-Sicherheit wachsen. Die Zahlen sprechen da eine eindeutige Sprache.

Foto: Bitkom

Foto: Bitkom

Trotz Pandemie stiegen die Ausgaben für IT-Sicherheitsprodukte – und Dienstleistungen um 9,7%. Damit schlägt das Jahr 2021 schon jetzt das umsatzstärkste Allzeithoch 2020. 2022 wird ein erneuter Anstieg um weitere 9,9 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro erwartet. Bei einer durchschnittlichen Steigerung des jährlichen Umsatzes von 9,5 Prozent gehen die Prognosen des IT-Marktforschungsunternehmens IDC sogar von einem zu erwartenden Umsatz von 8,9 Milliarden bis 2025 aus.

Immer mehr Organisationen gewerblicher und behördlicher Natur scheinen verstanden zu haben, dass an die Gefahrenlange angepasste IT-Budgets sich langfristig mehr rechnen, als davon auszugehen, dass es einen selbst schon nicht trifft. Im Zweifel ist der Schaden durch einen Totalausfall der eigenen Systeme mit den zahlreichen Folgekosten wohl deutlich gravierender.

Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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